Wer wird gebraucht ?

Volontäre verlassen ihre Heimat in der Absicht, ihre Zeit und ihr Wissen zu verschenken. Sie kommen aber reich beschenkt wieder zurück, denn die Erfahrung, mit anderen Menschen in einer fremden Kultur gelebt zu haben, kann ihnen keiner mehr nehmen.

Volontäre müssen bereit sein, sich auf die Mentalität ihrer Arbeitgeber und auf die anderen kulturellen Gegebenheiten einzulassen. Fidesco ist eine Schule für das Leben.

Sie müssen weiterhin bereit sein, die Ausbildung, die sie auf ihren Einsatz vorbereitet, zu absolvieren, müssen bereit sein, sich für zwei Jahre ganz in den Dienst ihrer Mission, in den Dienst der Menschen zu stellen. So kann und wird ihr Einsatz Früchte tragen.

Die meisten unserer Volontäre arbeiten im Gesundheits- und Sozialwesen, im Bereich der Ausbildung und im landwirtschaftlichen Bereich. Dies sind zwar die Schwerpunkte der Arbeit, aber immer wieder werden auch Anfragen nach ungewöhnlichen Berufen an uns herangetragen. Auch wer denkt, dass sein Beruf nicht dem klassischen Muster des Entwicklungshelfers entspricht, wird gebraucht.

In den vergangenen Jahren wurden beispielsweise folgende Berufe angefragt:

  • Apotheker in Afrika
  • Dozent für Englisch an einer Hochschule in Asien
  • Universitätsdozent für Elektrotechnik in Afrika
  • Mitarbeiter einer Baumschule in Afrika
  • Krankenschwester im Mittleren Osten
  • Projektleiter in Afrika
  • Lehrer für Informatik in Afrika
  • Facharzt für Geriatrie in Südamerika
  • Landmaschinenmechaniker in Afrika
  • Allgemeinarzt in Afrika
  • Bauleiter für eine Diözese in Afrika
  • Grundschullehrer in Südamerika
  • Steinmetz in Afrika
  • Kommunikatonsexperte in Afrika

Anforderungen

FidesCo sendet Alleinstehende, Ehepaare, Priester und Familien zu ganz verschiedenen Missionen. Dabei ist der berufliche Aspekt nur ein Teil des Ganzen. Ebenso wichtig sind die Einstellung und die Aktivitäten unserer Mitarbeiter außerhalb der Arbeit.
In Entwicklungsländern spielen die familiäre und soziale Bindung eine wesentlich größere Rolle als bei uns. Dort kennt man seinen Nachbarn. Ausländer stehen oft im Rampenlicht, ihr Auftreten wird an den ortsüblichen Normen und Werten gemessen. Das Verhalten der Volontäre kann so einen bleibenden Eindruck hinterlassen – positiv, wie negativ.
In den vergangenen über 30 Jahren haben unsere Volontäre mit dazu beigetragen, dass Fidesco als Organisation bekannt wurde, in der engagierte Menschen leben und arbeiten. Die Basis bildet die katholische Glaubens- und Soziallehre. Für viele Diözesen und Kongregationen ist dies der wichtigste Grund, sich mit ihren Anfragen an Fidesco zu wenden. Von unseren Volontären erwarten wir deshalb, dass sie der katholischen Glaubens- und Soziallehre zustimmen und sich nicht scheuen, dafür einzustehen.
Angehende Volontäre müssen eine abgeschlossene Berufs- oder Schulausbildung oder entsprechende Berufserfahrung mitbringen. Zum Zeitpunkt ihrer Ausreise müssen sie mindestens 21 Jahre alt sein und über eine gute Gesundheit verfügen.

Bewerben – wie geht das?

Die Bewerbung um ein Volontariat mit FidesCo läuft in drei Schritten ab.

Erster Schritt – Informationsveranstaltung und Bewerbung

Ganz zu Beginn steht das gegenseitige Kennenlernen. Dafür veranstalten wir zwei Mal im Jahr einen Infotag oder ein Infowochenende. Du kannst Vieles über FidesCo, seine Projekte und Arbeitsweise erfahren. In einem ca. einstündigen Gespräch erzählst du uns von dir, deiner Ausbildung und beruflichem Werdegang. Etwa zwei Wochen nach diesem Termin, wenn du deinen Weg mit FidesCo weiter gehen möchtest, bewirbst du dich schriftlich. In einem Brief, dem Motivationsschreiben, nennst du uns die Gründe, weshalb du gerne ein oder zwei Jahre als Volontär in einer Mission arbeiten und gerade speziell mit FidesCo ausreisen möchtest. Zu diesem Brief gehört auch dein Lebenslauf. Man kann seine Unterlagen natürlich auch schon vorab einreichen.

Zweiter Schritt – Unterscheidung und erster Teil der Ausbildung

Wenn du als Kandidat ausgewählt wirst, bekommst du die Einladung zu einem verlängerten Einführungswochenende. Dieses findet einen bis zwei Monate nach dem Infotag/-wochenende statt. Hier erhältst du viele weitere Informationen, die dir bei der Entscheidung helfen, ob eine Mission mit FidesCo das Richtige für dich ist. In einem weiteren Gespräch werden wir uns über deine Ausbildung, deine Begabungen und Erfahrungen, die Beweggründe und deine Erwartungen unterhalten. Diese erste Ausbildungseinheit findet in Deutschland in englischer Sprache oder in Frankreich auf Französisch statt. Nach dem Wochenende lassen sich der Kandidat und Fidesco etwa zwei bis vier Wochen Zeit um sich endgültig für oder gegen ein Volontariat zu entscheiden.

Dritter Schritt – Abschluss der Ausbildung

Wenn sich der Kandidat und FidesCo dazu entscheiden die Ausbildung weiterzuführen, schließt sich der zweite und dritte Teil des Programms an. Der Kandidat erhält einige Ausbildungsbriefe, die sich besonders mit den äußeren Umständen eines Volontariats beschäftigen z.B.: Impfungen, Versicherungen, Gesundheits- und Verhaltenstipps im Einsatz usw. Zu dieser Zeit erfährst du auch, wohin du als Volontär ausreisen wirst.

Eine Woche in Paray le Monial, bei der Volontäre aus der ganzen Welt zusammen kommen, komplettiert die Ausbildung. Ziel ist es, den zukünftigen Volontär an die praktischen, sozialen und geistlichen Aspekte seiner Mission heranzuführen. Der Höhepunkt in Paray ist die große Aussendungsmesse, bei der die Volontäre offiziell und mit Gottes Segen ausgesand werden.

Ausbildung

Fidesco entsendet seine Volontäre im Frühjahr und im Herbst. Vor der Ausreise steht eine neunmonatige Ausbildung. Zwei Wochenenden und zwei Ausbildungswochen gehören dazu. Inhaltlich ist die Ausbildung in zwei Blöcke unterteilt.

Im ersten Teil geht es um einen Reifeprozess. Sowohl Fidesco als auch der Bewerber ermitteln, wie groß die Bereitschaft ist, auf Mission zu gehen. Außerdem werden die Fachkenntnisse des Bewerbers getestet – zum Beispiel, wie gut er eine Fremdsprache beherrscht. In dieser Zeit lernt das Fidesco-Team den Volontär besser kennen und findet so die geeignete Mission. Nach diesem ersten Block fällen beide Seiten die Entscheidung für oder gegen einen Missionseinsatz.
Wenn sich beide Seiten für die Mission entscheiden, wird Fidesco das Profil des Kandidaten mit den Stellenbeschreibungen unserer Partner abgleichen und den am meisten geeigneten Einsatzort aussuchen. Die Bewerber können Wünsche äußern, etwa nach dem Missionsland oder der Art des Projektes – das Hauptanliegen bleibt, sie dort einzusetzen, wo sie am dringlichsten gebraucht werden.

Die zweite Hälfte der Ausbildung bereitet sie auf die Realität des Alltags in einer anderen Kultur vor und gibt ihnen alles an die Hand, damit sie sich in einem fremden Land einleben können. Fidesco weist auf praktische Dinge hin, die vor der Ausreise geklärt oder abgewickelt werden müssen. Das gilt zum Beispiel für Versicherungen, ärztliche Untersuchungen, Impfungen, Visa etc.

Die Hauptthemen im zweiten Abschnitt der Ausbildung sind:

• Anforderungen an den Volontär
• Selbsterkenntnis
• Gründe der Unterentwicklung
• Wissen über das Missionsland und seine Kultur
• Projektmanagement
• praktische Übungen
• administrative Angelegenheiten und die Stellung des Volontärs
• medizinische Anforderungen
• spirituelle Ausbildung
• spezielle berufliche Einführungen je nach Anforderungen der Mission (z.B. Tropenmedizin, Agrarwirtschaft, etc.)

Leben als Volontär

Volontäre werden niemals alleine auf eine Mission geschickt. Sie leben immer mit anderen Volontären zusammen. Auch wenn die Kollegen oft aus einem anderen Land stammen, verbindet sie doch alle ein ähnlicher Hintergrund und der Wunsch, in einem Entwicklungsland zu leben und zu arbeiten. Jeder Volontär kann sich täglich mit seinen Mitbewohnern über die Arbeit, das eigene Befinden und die kulturellen Besonderheiten im Land austauschen. Wenn es ihnen nicht gut geht, was auch vorkommen kann, stützen sich die Volontäre gegenseitig.

Vor Ort leben die Volontäre in bescheidenen aber sicheren Verhältnissen, denn sie wollen am Leben der Menschen im Missionsland teilhaben. Es wäre also widersinnig, wenn sie abgesondert untergebracht wären. Erlaubt es die Sicherheit, leben die Volontäre zusammen mit der Ortsbevölkerung ganz im Einklang mit deren Lebensrhythmus. Nur im Ausnahmefall, wenn es sonst zu gefährlich wäre, wohnen Volontäre nicht dort, wo sie arbeiten. Prinzipiell sendet FidesCo niemanden in ein Land, in dem Krieg herrscht. Erfahrungsberichte und interessante Geschichten unserer Volontäre finden sie, wenn sie hier klicken.

FidesCo garantiert seinen Volontären die Zahlung von Sozialversicherungbeiträgen. Volontäre sind immer versichert. Die meisten Volontäre haben den sogenannten VSI-Status (Volunteers of international Solidarity). Der französische Staat spricht diesen Status jedem zu, der seine beruflichen Fähigkeiten in selbstloser Absicht für mindestens ein Jahr in den Dienst einer Mission der internationalen Solidarität stellt. Um den VSI-Status zu erlangen, muss man mindestens 18 Jahre alt sein und den Wunsch haben, sich solidarisch zu engagieren. Die Staatsangehörigkeit spielt keine Rolle. Der VSI-Status birgt eine Vielzahl von Vergünstigungen vor, während und nach dem Missionseinsatz.

Ausbildungs- und Wiedereingliederungsbeihilfe: FidesCo sieht nicht nur die Ausbildung vor der Ausreise als seine Aufgabe an, vielmehr bietet die Organisation auch professionelle Unterstützung an, um nach der Mission wieder Fuß auf dem Arbeitsmarkt zu finden. Dieses Angebot gilt allerdings derzeit nur für Frankreich.

Finanzierung der Kosten für eine Mission: FidesCo übernimmt die Kosten für die Hin- und Rückreise vom Heimatort zum Missionsort sowie Wohnung und Verpflegung für die Dauer des Einsatzes.

Ein monatliches Taschengeld: Jeder Volontär erhält ein monatliches Taschengeld, das in seiner Höhe an die Lebensumstände am Missionsort angepasst ist.

Versicherungen: FidesCo übernimmt die Kosten für eine Krankenversicherung, Lebensversicherung, Haftpflichtversicherung, Unfallversicherung, eine Rückflugversicherung im Krankheitsfall und, in bestimmten Fällen, die Beiträge zur Rentenversicherung.

Heimkommen

Wenn man von zu Hause weggeht, ist das oft schwer – aber manchmal ist es genauso schwer, wieder nach Hause zu kommen. Dann beginnt die Suche nach einer neuen Arbeit und einer neuen Wohnung. Nach ein oder zwei Jahren in einer fremden Welt kann einem die eigene Kultur bereits fremd geworden sein. Es braucht einige Zeit und Mühe, sich wieder einzuleben und zurechtzufinden. Aus diesen Gründen bietet Fidesco den Volontären, die wieder nach Hause zurückkehren Hilfe an. Wir wollen unsere Volontäre mit ihren Eindrücken und Problemen nicht alleine lassen. Während eines Wochenendes, das speziell für die Rückkehrer veranstaltet wird, können sich diese mit Volontären der Vorjahre unterhalten, die bereits wieder ihren Platz zu Hause gefunden haben. Sie können von deren Erfahrungen profitieren. Wir bieten auch eine profesionelle Berufsberatung an. Dabei lässt sich genau herausfinden, wo die eigenen beruflichen Stärken und Fähigkeiten liegen. Im Durchschnitt findet jeder Volontär innerhalb von drei Monaten einen neuen Arbeitsplatz.

Die Erfahrung hat gezeigt, dass ein Volontariat dem beruflichen Fortkommen eher nützt, als hinderlich zu sein. Mancher Volontär kehrt nicht in den angestammten Beruf zurück.