„Bis zum Ende meines Aufenthalts, mußte ich mit eingeschränkten Möglichkeiten arbeiten. In der letzten Zeit hatten wir viele Stromausfälle, und weil Öl so teuer ist, konnten wir den Generator im Krankenhaus nicht ununterbrochen laufen lassen. Also mußten wir die Wunden im Dunklen, nur im Schein einer Fackel vernähen und Spritzen gaben wir im Licht einer Öllampe. Nebenbei lernte ich, wie man aus alten Wasserflaschen Urinale bastelt, sehr praktisch und effektiv.
In den letzten drei Monaten hatte ich etliche tiefe menschliche Begegnungen. Sowohl während, als auch nach meiner Arbeit verbrachte ich viel Zeit mit meinen Kollegen und den Patienten. Ich besuchte all die Menschen, die mir täglich begegneten, auch zu Hause. Stolz zeigten sie mir ihre Wohnungen und die Gegend in der sie zu Hause waren. Ich begriff, daß Menschen, die nichts haben, ihre Würde vor allem daraus beziehen zu geben und Leute zu sich einzuladen. Mir wurde auch klar, daß wir den Schwerpunkt bei der Entwicklungshilfe gar nicht so sehr auf den materiellen Aspekt setzen sollten, weil dies die Leute eher davon abhält sich selbst zu entwickeln und zu wachsen.
Die größte Schwierigkeit war für mich die rechte Ballance zu finden: Da sein und bereit zum Zuhören, aufmerksan sein, nachdenken, voneinander lernen und abwarten …...das ist die eigentliche Mission. Abwarten ist keine Zeitverschwendung. Letzendlich waren die Schwierigkeiten, denen ich begegnete, bei weitem weniger wichtig als die schönen Begegnungen und guten Gespräche. Ich will ja nicht behaupten, daß wir alle gleich aussehen, aber diese Begegnungen haben mir gezeigt, daß wir wirklich und ganz konkret alle zur gleichen Familie Mensch gehören.