Landwirtschaftsprojekt des Zentrums Rugamba

Rwanda, Kigali
 

 Rwanda    Kigali

Landwirtschaftliches Teilprojekt des Zentrums Rugamba

Durch die Vermittlung der Gemeinschaft Emmanuel wurde dem Zentrum Rugamba ein Sumpfgebiet zur Verfügung gestellt. In Ruanda und insbesondere in der Stadt Kigali herrscht ein großer Mangel an landwirtschaftlichen Nutzflächen, der v.a. der großen Bevölkerungsdichte geschuldet ist.

Die Nutzung der Fläche dient mehreren Zielen:

  • Eine Einkommens-Möglichkeit für das Zentrum zu erschließen, um zur Autofinanzierung des Zentrums beizutragen. Das Projekt strebt danach, sich selbst zu finanzieren. Da man mit einem Straßenkinderprojekt kein Geld verdienen kann, ist das allerdings schwierig.
  • Beitrag der selbst erzeugten Lebensmittel für die Ernährung der Kinder etwa zur Hälfte.
  • Die Erschließung und Bebauung einer brachliegenden Fläche als pädagogisches Werkzeug nutzen und den Kindern Methoden und Arbeitsweisen der Landwirtschaft vermitteln. Darüber hinaus soll das Projekt einen Pilot-Charakter haben und Besucher, Verwandte und Nachbarn ausbilden und zu eigenen landwirtschaftlichen Aktivitäten befähigen.
  • Schaffung von Arbeitsplätzen besonders für die Bewohner des benachbarten Armenviertels

nach der Planung 2014 wurden folgende Maßnahmen wurden zur Umsetzung ergriffen:

 

  • Im November 2014 wurden die ersten Felder bestellt und der Sumpf teilweise trocken gelegt.
  • Am Ende der Regenzeit (Juni 2015) konnten erste Kidneybohnen, Kartoffeln, Süßkartoffeln und Gemüse geerntet werden.
  • Für die Bewässerung wurde ein Frischwasserbecken gegraben. Durch die Bewässerung konnten auch in der Trockenzeit Pflanzen gedeihen. Die Bewässerung arbeitet mit einem mechanisch unterstützten Pumpsysten.
  • Zur Milcherzeugung und Düngergewinnung wurden drei Milchkühe angeschafft.
  • Ein bestehender Hühnerstall wurde wieder in Betrieb genommen, ein weiterer Stall neu gebaut.
  • Zwei Gewächshäuser stehen für den ganzjährigen Anbau von Tomaten zur Verfügung.
  • Die Zucht von Pilzen wird in einem eigens dafür errichteten Gebäude betrieben.

Für den laufenden Betrieb sind 10 einheimische Personen. Ein ruandischer Landwirtschaftsexperte und ein Veterinär als Honorarkräfte ergänzen den Mitarbeiterstab. In Stoßzeiten kommen noch 10 weitere Personen zur Hilfe. Die Vermarktung der Lebensmittel läuft gut. Besonders die Tomaten und Eier werden von der örtlichen Gastronomie gerne angenommen. 2015 konnten umgerechnet fast 12.000 € erwirtschaftet werden. Für 2016 wird mit höheren Einkünften gerechnet.

Die Ernährung der Kinder wurde durch den Eigenanbau verbessert. Knapp die Hälfte der Nahrungsmittel ist selbst erzeugt. Vor allem die angebauten Kidneybohnen und das wöchentliche Ei helfen den Tagesbedarf an Eiweiß zu decken.

Das Zentrum wird regelmäßig von hochrangigen in- und ausländischen Politikern besucht. So waren beispielweise Christine Lagarde, die Chefin des Internationalen Währungsfonds, Frankreichs Staatspräsident François Hollande und Frau Dr. Claudine Uwera Kanyamanza, die Leiterin der „National Commission for Children“ der ruandischen Regierung zu Gast.

Das Landwirtschaftsprojekt wurde durch das Land Baden-Württemberg unterstützt.

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