Anton Höß (DE)

Porträt neu


Angola,
Luanda


1. Missionsbericht

Fidesco Volontäre zurück von der Mission am 15.03.2016IT-Lehrer

Wie schon berichtet, hat Anton seine Mission gewechselt und arbeitet nun als IT-Fachmann in Luanda, Angola in einem Projekt der Salesianer.

Anton hat ein vielfältiges Arbeitsspektrum. Angefangen vom Netzwerkeinrichten, bis zu Kurz- schulungen ist so alles dabei.

Ein Teilprojekt beschreibt er hier exemplarisch. Aus alt mach neu:

„Ein Projekt, mit dem ich bereits ziemlich zu Beginn meiner Zeit hier angefangen habe und es immer dann weiter führe, wenn ich Zeit habe, ist das Prüfen von Computern, Bildschirmen und allen weiteren Komponenten die dazu gehören. Denn mir fiel gleich auf, dass in jeder Ecke ein verlassener Computer herumsteht, teilweise ganze Stapel! Als ich herausgefunden hatte, wer überhaupt was darüber weiß und wem es gehört, wurde mir gesagt, dass das alles gewissermaßen als Müll deklariert ist, da es keinen gibt, der es zu testen oder gar zu reparieren kann. So teste ich nun kontinuierlich alle diese Geräte, aber auch die Geräte, die beinahe täglich von der Schule hier, aber auch von Ausbildungszentren, Gesundheitsposten und anderen Kooperationspartnern zu mir gebracht werden. Oftmals ist es so, dass nur ein Teil des Ganzen nicht funktioniert und tauscht man diese Komponente aus, läuft wieder alles wie gewohnt. Deswegen habe ich begonnen, ein Komponentenlager aufzubauen, d.h. alle Komponenten eines Computers werden gelagert, nach dem sie aus einem alten, kaputten Computer ausgebaut und erfolgreich getestet wurden. Dies ermöglichte mir schon in vielen Fällen, defekte Computer zu testen und das kaputte Teil einfach auszutauschen. Für mich ist das mal wieder ein super Beispiel, dass wenn das nötige Wissen vorhanden ist, man viel Geld sparen kann, denn hier in Angola ist es schier unmöglich, Einzelteile zu kaufen. Genau deswegen lasse ich keine Gelegenheit aus, den Leuten was beizubringen, in der Hoffnung, dass doch das eine oder andere hängen bleibt und sie sich besser selber helfen können.“

In seiner spärlichen Freizeit sucht Anton am liebsten nach geistlichen Angeboten wie z.B. dieses hier:

„Als ich zu Beginn meiner Zeit in Angola merkte, dass ich mir unbedingt auch noch etwas anderes als die Tätigkeit mit Computern suchen muss, bin ich auf die Katechese gestoßen, die ich nach Möglichkeit jeden Samstagnachmittag besuchte. Dazu bin ich mit Irmão Adelino, dem Katechese-Leiter, mit in den nahe dem Hafen und teilweise am extremen Hang gebauten, kleinen Stadtteil namens Boa Vista. Die Katechesen dort sind in die verschiedenen Altersgruppen aufgeteilt und dienen der Vorbereitung auf die Taufe und Erstkommunion, was hier vielfach erst im Jugend- oder gar erst Erwachsenenalter gemacht wird. Ich bin dort kein Lehrer, nein ich bin einfach präsent und mache mit – eine Sache, die ich durch meine Computertätigkeit viel zu kurz kommt, da ich dort fast ausschließlich alleine arbeite. Es freut nicht nur mich, sondern auch die Kinder und Jugendlichen, dass ich da einfach dabei bin und werde liebevoll „Papa der Katechese“ genannt. Mitte November war nun die Abschlussfeier mit gemeinsamen Beten, Essen und Rekreation, da der Unterricht für das Jahr nun beendet ist und erst wieder Ende Februar im kommenden Jahr losgeht, also war es vermutlich das letzte Mal, dass ich dabei war. Ich habe die Zeit dort sehr genossen und schon alleine der Hin- und Rückweg jedes mal war super, da sich die Gelegenheit ergab, geistliche Gespräche mit den Katecheten zu führen.“

Ich merkte sehr schnell, als ich an diesem Tag einige Dom-Bosco-Volontäre kennen lernte, dass die Leute generell hier viel offener sind, als in Indonesien. Man muss nicht viel machen, sie kommen direkt hergesprungen und fangen an zu reden und zu fragen. Auch wurde mir schnell klar, dass ich hier ungewohnt viel Kontakt mit sehr vielen Leuten haben werde, was in Indonesien leider nicht der Fall war. Dieser zweite Tag war Sonntag, und wir feierten zum Abschluss des Missionsprojekts eine Hl. Messe dort und ja, es ist ganz anders als daheim. Nicht nur, dass die Menschen hier natürlich anders ausschauen, haben besonders die Frauen bunte Tücher umgebunden, auf denen meist Heilige oder Gebete gedruckt sind.
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